„Nichts wird je wieder geboren, aber es verschwindet auch nicht gänzlich. Und das, was geboren wurde, wird in einer neuen Form wieder erscheinen.“ — Alvar Aalto

Dieses Zitat ist bezeichnend für finnisches Design. Es versucht natürliche Formen in die Schlichtheit eines alltäglichen Designs zu integrieren. Die klaren Formen und Linien lassen es sehr zeitlos wirken.
Während es im Design Guide Teil 1 hauptsächlich um die klassischen Designlabels ging, die man als Tourist auch gerne mal als Andenken mit in das heimische Wohnzimmer nimmt, richtet der zweite Teil seinen Blick auf die etwas verborgeneren Designschätze Helsinkis.

Artek
Die Firma Artek wurde im Jahr 1935 von dem Geschwisterpaar Alvar und Aino Aalto, Maire Gullichsen und Nils-Gustav Hahl gegründet. Die vier Idealisten hatten es sich zum Ziel gesetzt, mit ihren Möbeln eine moderne Kultur des Lebens zu kreieren. Ihre Designobjekte sind zeitlos und für das tägliche Leben konzipiert. Begleitet wurde ihr Schaffen durch die Vorstellung eines großen Gesamtkunstwerkes. Durch Kreuzung von Design, Architektur und Kunst wollten sie neue Wege gehen. Das erklärt auch, warum sie sich nicht auf das Designen von Möbelstücken beschränkten, sondern auch maßgeblichen Einfluss auf die Stadtplanung ausübten. Zu den bekanntesten Bauwerken die Alvar Aalto entworfen hat zählt die Finlandia Halle in Helsinki. Auch in Deutschland findet man Aalto-Architektur, beispielsweise das Aalto-Theater in Essen.
Heute steht die Firma Artek für die innovativsten Beiträge zu modernem Design und ist besonders für seine Möbel, Lampen und Accessoires für die Inneneinrichtung bekannt. Runde Formen und fließende Bewegungen dominieren das Artek-Design. Das charakteristische Standard- und Systemdenken macht es möglich, dass man die einzelnen Stücke gut miteinander kombinieren kann. Oft könnt ihr das Design in öffentlichen Gebäuden wie Hotels, Restaurants und Museen bewundern. Es ist praktisch und gleichzeitig ein bedeutendes Aushängeschild Finnlands und der finnischen Kultur. Das Hauptgeschäft befindet sich in bester Lage Helsinkis auf der Esplanadi. Auch in vielen Metropolen der Welt könnt ihr Artek-Geschäfte finden, beispielsweise in New York, Tokio, Stockholm und Berlin.

Eero Arino
Auch der Designer Eero Aarino ist bekannt für seine Möbel, und zwar Möbel aus Plastik. Sie sind oft bund, aus einfachen Formen und sie fallen auf, sehr sogar. Auch wenn man kein Designexperte ist, ein solches Möbelstück ist ein Highlight und nichts alltägliches, gleichzeitig aber durchaus sehr alltagstauglich und gut in die vorhandene Inneneinrichtung zu integrieren. Zu den Bestsellern zählen der Ball-Chair und der Dog Chair. Vor allem in dem Ball-Cair lässt es sich sehr stilvoll fläzen 🙂

© Joni Rousku/ Visit Helsinki

Formverk
Im Herzen vom Stadtzentrum gelegen (Annankatu 5), präsentiert Formverk modernes skandinavisches Design. Möbel, Lampen und natürlich auch viele kleine Dinge, die das eigene Zuhause zu etwas Besonderem machen. Je nach Jahreszeit ändert sich das Sortiment des Ladens, es lohnt sich also auch öfter vorbei zukommen, um die neuen Produkte kennen zulernen.
Der Showroom befindet sich an der Ecke Annankatu/ Kalevankatu, und auch wenn ihr nichts kaufen wollt, es macht einfach Spaß durchzulaufen und sich die Einrichtung anzuschauen. Die Innendesigner von Formverk arbeiten eng mit ihren Kunden zusammen, um ihre Visionen von einem perfekten Zuhauses zu erreichen. Formverk arbeitet nach dem Prinzip, die Komplexität eines ganzen Zuhauses oder eines Büros in nur einem einzigen Möbelstück wieder aufzugreifen. Wie ihr seht, ist finnisches Design vor allem praktisch durchdacht, immer wieder wird auf die Alltagstauglichkeit besonders Wert gelegt. Design wird als eine gesunde Mischung aus Kunst, Individualität und dem Wiederaufgreifen von bereits Bewährtem betrachtet.

© Sakke Somerma

Artisaani
Das Artisaani bietet zeitgenössisches Design seit 1975. Die einzigartigen Designerprodukte und Kunstwerke werden in Handarbeit hergestellt und ausschließlich in Finnland produziert. Es gibt eine erstaunlich große Auswahl an Kleidung, Accessoires, Strickwaren, Keramik- und Glasartikeln, Schmuck und Holzprodukten. Also einfach mal reinschauen (Unioninkatu 28) und das Sortiment durchstöbern.

Ivana Helsinki
Bei Ivana Helsinki findet ihr traumhaft schöne Kleider der Designerin Paola Suhonen. Sie sind teilweise recht verspielt, was Muster und Schnitt angeht, aber ohne dabei kitschig oder gar übertrieben zu wirken. Beim Betrachten der Kollektion bekommt man einfach Lust auf Sommer und Meer. Das Design spiegelt ein bisschen die Seele Helsinkis wider, es vereint die raue slavische Melancholie und das unverfälschte skandinavische Gemüt. Ein beliebtes Motiv stellen auch hier die Mumins dar. Ihr findet sie unter anderem auf Pullovern und Kleidern —  ja, auch für Erwachsene — und auf kleinen Accessoires wie Taschen und Hüten. Übrigens die Sängerin Beth Ditto von Gossip ist ein großer Fan des Ivana Helsinki Designs 😉

© Ivana Helsinki

Superyellow
Mützen sind längst kein Kleidungsstück mehr, welches ausschließlich im Winter zum Einsatz kommt. Mützen liegen im Trend und können auch so manches Sommeroutfit aufpeppen. Die Marke Superyellow produziert seit 2007 Kopfbedeckungen in zeitgenössischem Design, die man das ganze Jahr über tragen kann. Natürlich ist es eine Herausforderung Beanies und Stirnbänder zu designen, die dem finnischen Klima, sprich den eiskalten Wintermonaten, aber auch den durchaus sehr warmen Sommermonaten, standhalten. Optisch machen die Designerstücke einiges her, es gibt sie in allen Farben, unicolor oder mit Muster, mit oder ohne Bommel, gestrickt oder aus Stoff, hier wird bestimmt jeder fündig. Nicht ohne Grund wächst die weltweite Fangemeinde stetig. Das Helsinkier Unternehmen hat seinen Laden etwas außerhalb des Stadtzentrums in der Munkkisaarenkatu 2a, ein Besuch lohn sich aber auf jeden Fall.

Design District Helsinki
Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt in Helsinki auf Design-Jagd zu gehen, dann schaut doch mal auf der Seite des Design District Helsinki vorbei. Hier findet ihr alle Designlabels aufgelistet und übersichtlich auf einer Karte vermerkt. Es gibt auch verschiedene Themen-Routen im Design District, aber natürlich kann man auch einfach drauflos laufen und in die Geschäfte gehen, die einem selbst gefallen 🙂

Titelbild: © Visit Helsinki

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